Kragarmregale Schwerlast kaufen - einseitig & doppelseitig
Was ist ein Kragarmregal?
Ein Kragarmregal ist ein Regaltrommel-System zur Lagerung langer und schwerer bzw. großformatiger Artikel, die nicht in klassischen Fachboden- oder Palettenregalen untergebracht werden können. Zu den häufig gelagerten Artikeln zählen Rohre, Stangen, Stahlprofile, Träger, Bretter/Latten/Streifen, Holzwerkstoffe und Türen sowie Plattenmaterialien. Die Waren können horizontal angeordnet und von der Vorderseite aus entnommen werden, ohne dass Regalkonstruktionen im Weg sind.
Das Regalsystem eignet sich gut für Produktionsbereiche, Gewerke in der Metall- und Holzverarbeitung, Baustoffhändler, Werkstätten sowie technische Lagerbereiche. Unter Nutzung der angegebenen Deckenhöhe werden unterschiedliche Abmessungen sauber und übersichtlich organisiert und der direkte Zugang ermöglicht.
Vertikale Ständer, Bodenplatte, Füße, horizontale Kragarme und verbindende Komponenten gehören zum Kragarmregal-System. Je nach Aufbau wird es entweder manuell, mit Kran oder mit Hubwagen/Gabelstapler bzw. einem Materialtransportfahrzeug betrieben. Die Betriebsart richtet sich nach dem Gewicht, der Länge und der Form der gelagerten Waren sowie nach der Regalhöhe.
Welche Güter können in Kragarmregalen gelagert werden?
Kragarmregale kommen vor allem dann ins Spiel, wenn lange, sperrige oder nicht palettierte Waren gelagert werden sollen. Typische Beispiele sind:
• Stahl- und Kunststoffrohre sowie komplette Rohrbündel
• Rundstahl, Flachstahl und anderes Stangenmaterial
• Profile, Schienen und Kabelkanäle
• Kanthölzer, Balken, Bretter und Leisten
• Spanplatten, Arbeitsplatten und weitere Holzwerkstoffe
• Bleche, Tafeln und größere Bauelemente
• Türen, Fensterprofile und längliche Fertigteile
Dabei kommt es nicht nur auf das Gewicht an. Auch vergleichsweise leichte Materialien können aufgrund ihrer Länge, Größe oder Biegsamkeit ein spezielles Langgutregal erforderlich machen. Das Lagergut liegt auf mehreren Kragarmen auf. Dadurch wird es über seine Länge gestützt und kann nicht so leicht durchhängen, kippen oder ungeordnet auf dem Boden liegen.
Für Kleinteile und kurze Werkstücke ist ein reines Kragarmregal dagegen oft nicht die wirtschaftlichste Wahl. Mit Stahlfachböden, Gitterrosten oder anderen passenden Auflagen lassen sich einzelne Ebenen jedoch in geschlossene Lagerflächen verwandeln. Dort finden dann auch Kartons, Behälter und unregelmäßig geformte Teile Platz.
Kragarmregale mit Lagerzugang von einer oder beiden Seiten
Einseitige Ausführung
Einseitige Kragarmregale werden ausschließlich von einer Seite aus beladen. Sie lassen sich gut an einer Wand oder am Rand einer Lagerfläche aufstellen. So bleibt die Fläche vor dem Regal für die Bedienung und den innerbetrieblichen Verkehr frei.
Diese Variante bietet sich an, wenn nur eine Zugriffsseite benötigt wird oder das Regal zugleich eine Lagerzone begrenzen soll. Wichtig ist jedoch: Die notwendige Standsicherheit entsteht durch die konstruktive Auslegung und die vorgeschriebene Verankerung. Die Nähe zu einer Wand allein reicht dafür nicht aus.
Doppelseitige Ausführung
Bei doppelseitigen Kragarmregalen befinden sich auf beiden Seiten der Ständer Lagerarme. Solche Regale stehen üblicherweise frei im Raum und können von zwei Gängen aus be- und entladen werden. Bezogen auf die benötigte Grundfläche lässt sich damit eine hohe Lagerkapazität erzielen.
Doppelseitige Regale eignen sich besonders für zentrale Reihen in Lager- und Produktionshallen. Auf beiden Seiten können unterschiedliche Materialgruppen untergebracht oder mehrere Arbeitsbereiche versorgt werden. Welche Variante besser passt, hängt letztlich vom Aufstellort, den Verkehrswegen und dem geplanten Materialfluss ab.
Welche Traglast wird benötigt?
Die benötigte Tragfähigkeit richtet sich nach dem tatsächlichen Lagergut. Entscheidend sind nicht nur das Gewicht einzelner Werkstücke, sondern auch die Zahl der gleichzeitig eingelagerten Materialien, ihre Verteilung und die erforderlichen Auflagepunkte.
Die Traglast je Kragarm gibt an, welches Gewicht ein einzelner Arm unter den festgelegten Bedingungen aufnehmen darf. Je nach System und Nutztiefe sind Ausführungen mit einer Tragfähigkeit von bis zu 1.100 Kilogramm je Arm erhältlich. Längere Arme sind dabei nicht automatisch stärker belastbar, da mit zunehmender Armlänge auch das Biegemoment steigt. Die Tragfähigkeit muss deshalb immer für die gewählte Nutztiefe geprüft werden.
Die Feldlast bezeichnet die maximal zulässige Belastung eines Regalfeldes. Sie ergibt sich nicht einfach aus der Summe aller Kragarmtraglasten. Zusätzlich müssen die zulässigen Ständer- und Ebenenlasten berücksichtigt werden. Die Gesamtlast wiederum beschreibt die Belastungsgrenze der vollständigen Regalreihe oder Anlage. Maßgeblich ist stets der niedrigste zutreffende Grenzwert.
Ein Praxisbeispiel: Ein 600 Kilogramm schweres Rohrbündel liegt gleichmäßig auf drei Kragarmen. Rechnerisch trägt jeder Arm 200 Kilogramm. Trotzdem müssen auch Ständer-, Feld- und Gesamtlast eingehalten werden. Liegt dasselbe Bündel wegen einer ungünstigen Position hauptsächlich auf zwei Armen, verändert sich die Belastung deutlich.
Bei der Planung sind angemessene Sicherheitsreserven sinnvoll. Sie gleichen jedoch keine falsche Beladung aus. Punktlasten, Stöße, einseitige Überlastungen und ungleichmäßig verteilte Waren können die Tragfähigkeit erheblich beeinflussen. Die Herstellerangaben und Lastenschilder bleiben daher verbindlich.
Regalgrößen im Sortiment
Die Abmessungen des Regals müssen zum Lagergut, zum verfügbaren Raum und zur geplanten Bedienung passen. Am Anfang stehen Länge, Tiefe beziehungsweise Durchmesser, Gewicht und Form der einzulagernden Materialien.
Die Regalhöhe bestimmt, wie gut die vorhandene Hallenhöhe genutzt wird. Ein hohes Regal schafft zusätzliche Lagerebenen, ist aber nur sinnvoll, wenn die oberen Bereiche sicher von Hand, mit einem Stapler oder per Kran erreicht werden können. Hallenhöhe, Tore, Beleuchtung, Sprinkleranlagen und Kranbahnen müssen dabei berücksichtigt werden.
Die Regalbreite beschreibt die gesamte Breite des Regals oder der Regalreihe. Sie richtet sich nach dem verfügbaren Platz und der benötigten Lagerkapazität. Die Feldbreite beziehungsweise der Abstand zwischen den Ständern beeinflusst dagegen, wie viele Auflagepunkte das Lagergut erhält. Flexible Kunststoffrohre, dünne Profile oder Holzleisten benötigen meist mehr Auflagepunkte als steife Stahlträger. Zu große Abstände können zu Durchhang führen, während sehr kleine Abstände den Platz- und Kostenbedarf erhöhen.
Die Nutztiefe wird durch die Länge der Kragarme bestimmt. Das Material muss sicher aufliegen, ohne dass die Arme unnötig weit in den Bediengang ragen. Je nach Baureihe stehen beispielsweise Nutztiefen von 400, 500, 600, 800, 1.000 oder 1.200 Millimetern zur Verfügung.
Die Anzahl der Ebenen richtet sich nach der Höhe und Menge des Lagerguts. Zwischen den Ebenen muss ausreichend Freiraum zum Ein- und Auslagern bleiben. Verstellbare Arme erleichtern spätere Anpassungen, dürfen aber nur an den dafür vorgesehenen Positionen montiert werden.
Auch die Erweiterbarkeit sollte frühzeitig bedacht werden. Ein Grundregal ist eine eigenständig aufstellbare Einheit. Passende Anbauregale ermöglichen eine spätere Verlängerung. Ein Anbauregal verwendet Bauteile des angrenzenden Feldes mit und kann in der Regel nicht allein stehen. Sämtliche Grund- und Anbaufelder müssen aus einem kompatiblen Regalsystem stammen. Teile verschiedener Baureihen dürfen nur mit technischer Freigabe kombiniert werden.
Kragarmregale für Innen- und Außenbereiche
Für trockene Innenräume eignen sich häufig lackierte, beschichtete oder auf andere Weise korrosionsgeschützte Stahlkonstruktionen. Die Beschichtung schützt das Material bei normalen Bedingungen und ermöglicht eine optisch einheitliche Gestaltung des Regals.
Im Außenbereich sind die Anforderungen höher. Hier kommen in der Regel feuerverzinkte Bauteile zum Einsatz, da sie einen widerstandsfähigeren Schutz vor Korrosion bieten. Eine Feuerverzinkung allein macht ein ursprünglich für Innenräume vorgesehenes Regal jedoch nicht automatisch für die Außenaufstellung geeignet.
Im Freien müssen zusätzlich Wind-, Schnee- und mögliche Dachlasten berücksichtigt werden. Auch Fundament, Bodenverankerung, Entwässerung und örtliche Bauvorgaben können für die Planung entscheidend sein. Fachböden und Zubehör müssen ebenfalls für Feuchtigkeit und Witterung ausgelegt sein.
Ein Dach schützt empfindliche Lagergüter vor Regen, Schnee und direkter Sonneneinstrahlung. Es muss jedoch statisch in das gesamte Regalsystem einbezogen werden. Eine nachträglich montierte Überdachung ohne entsprechende Prüfung kann zusätzliche Belastungen verursachen.
Nicht witterungsbeständige Waren benötigen unabhängig vom Korrosionsschutz des Regals einen geeigneten Schutz. Bei Holz können beispielsweise eine ausreichende Belüftung und der Schutz vor dauerhafter Feuchtigkeit wichtig sein. Außenregale sollten außerdem regelmäßig auf Korrosion, Wasseransammlungen, Ablagerungen und andere Witterungsschäden kontrolliert werden.
Vorteile von Kragarmregalen
Kragarmregale sind speziell auf die Lagerung langer, schwerer und sperriger Materialien ausgelegt. Rohre, Profile, Balken, Bretter, Stangen und Platten liegen auf mehreren Armen sicher auf und müssen nicht ungeordnet auf dem Boden gelagert werden.
Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:
• Optimale Lagerung von Langgut: Unterschiedliche Materialarten und Abmessungen lassen sich getrennt und übersichtlich unterbringen.
• Freier Zugriff: Da die Vorderseite nicht durch Regalstützen unterbrochen wird, können Waren direkt entnommen werden.
• Hohe Tragfähigkeit: Je nach Ausführung eignen sich Kragarmregale für leichte Werkstücke ebenso wie für schwere Profile, Träger oder Rohrbündel.
• Modulare Erweiterbarkeit: Grundregale können mit kompatiblen Anbaufeldern zu längeren Regalreihen ergänzt werden.
• Platzsparende Lagerung: Mehrere Ebenen nutzen die vorhandene Raumhöhe und halten die Bodenfläche frei.
• Bessere Übersicht: Materialien können nach Länge, Art oder Abmessung sortiert werden und bleiben gut sichtbar.
• Sichere Lagerung: Mehrere Auflagepunkte verringern die Gefahr, dass biegsame Materialien durchhängen oder kippen. Runde Güter lassen sich mit Armendanschlägen oder Abrollsicherungen sichern.
• Schnelle Kommissionierung: Der freie Zugriff erleichtert das Ein- und Auslagern von Hand, mit dem Stapler oder per Kran.
Offene Kragarme eignen sich besonders für durchgehendes Langgut. Für kürzere Materialien, Behälter, Pakete oder unregelmäßig geformte Werkstücke können einzelne Ebenen mit Stahlfachböden oder Gitterrosten ausgestattet werden. Die Tragfähigkeit der Auflage kann dabei von der Belastbarkeit der darunterliegenden Arme abweichen.
Die Wirtschaftlichkeit hängt wesentlich von der richtigen Dimensionierung ab. Ein zu kleines System bietet kaum Reserven, während ein deutlich überdimensioniertes Regal unnötige Kosten verursacht und mehr Fläche beansprucht.
Darauf sollten Sie beim Kauf achten
Vor dem Kauf sollte zunächst das Lagergut genau erfasst werden. Dazu gehören Gewicht, Länge, Tiefe beziehungsweise Durchmesser, Form und Menge. Auch die Frage, ob Materialien einzeln, gebündelt oder in Behältern gelagert werden, beeinflusst die Auswahl.
Folgende Kriterien sind besonders wichtig:
• Lagergut: Lange und formstabile Waren können meist auf offenen Armen liegen. Kurze, lose oder unregelmäßige Teile benötigen häufig Fachböden. Empfindliche Oberflächen können zusätzliche Auflagen erfordern.
• Gewicht: Zu prüfen sind die Traglast je Kragarm sowie Ständer-, Feld- und Gesamtlast. Bei Bündeln zählt das vollständige Gewicht.
• Länge: Lange oder biegsame Materialien benötigen ausreichend viele Auflagepunkte. Der passende Ständerabstand verhindert übermäßigen Durchhang.
• Art der Beladung: Bei manueller Bedienung müssen die Ebenen gut erreichbar sein. Für Stapler oder Krane werden ausreichend breite Verkehrs- und Bedienwege benötigt. Bei Staplerbetrieb ist ein geeigneter Anfahrschutz sinnvoll.
• Erweiterbarkeit: Wer mit einem wachsenden Lagerbestand rechnet, sollte ein System wählen, das durch kompatible Anbaufelder erweitert werden kann.
• Innen- oder Außenlager: Lackierte oder beschichtete Regale eignen sich vor allem für trockene Innenräume. Für den Außenbereich sind entsprechend ausgelegte, häufig feuerverzinkte Systeme erforderlich.
• Bodenverankerung: Das Regal muss auf einem ebenen und tragfähigen Untergrund stehen und nach den Vorgaben des Herstellers verankert werden.
• Sicherheitsanforderungen: Kragarme müssen korrekt eingesetzt und gesichert, Lastenschilder sichtbar angebracht und Verkehrswege freigehalten werden. Runde Güter benötigen einen Schutz gegen Abrollen.
Bei der Montage sind alle Ständer lotrecht auszurichten und die vorgeschriebenen Verbände, Verbindungselemente und Bodenanker zu verwenden. Beschädigte Bauteile dürfen nicht eigenmächtig gerichtet, geschweißt oder durch systemfremde Teile ersetzt werden.
Im gewerblichen Einsatz sind außerdem die Gefährdungsbeurteilung, die Herstellerangaben und die geltenden Regeln für Lagereinrichtungen zu beachten. Die DGUV Information 208-061 behandelt den sicheren Betrieb von Lagereinrichtungen und Ladungsträgern. Regelmäßige Sichtkontrollen helfen dabei, verbogene Kragarme, beschädigte Ständer, lockere Verbindungen, Korrosion oder fehlende Lastenschilder frühzeitig zu erkennen.